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LEADERSPHILOSOPHY© beruht auf der Methode der philosophieanalytischen Reflexion. Dabei handelt es sich um ein Denkverfahren, das sich auf folgende Prinzipien stützt:

Das Prinzip der Kohärenz
Der menschliche Geist braucht eher Blei denn Flügel. Wie schnell springen wir gemeinhin von dem einen Reflexionsthema zu einem ganz anderen, das damit nichts zu tun hat, sind bald auf diesem Feld bald auf jenem, ohne eine Brücke zu schlagen; kommen, um es umgangssprachlich zu sagen, vom Hundertsten ins Tausendste und verlieren uns in immer neue Denkrichtungen. Nur wer in der Lage ist, den inneren Zusammenhang eines Reflexionsthemas zu bewahren, Leitplanken aufzustellen, ist in der Lage, effizient voranzuschreiten.

Das Prinzip der Konsistenz
Unsere Gedankengebäude kollabieren, wenn sie miteinander unvereinbare Teile enthalten. Der Gedanke, dass Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg geboren ist und der Gedanke, dass er nicht in Salzburg geboren ist, können nicht Teile ein und desselben gedanklichen Konzeptes sein. Sie widersprechen sich kontradiktorisch (heben sich gegenseitig auf), denn unabhängig davon, welcher Gedanke wahr ist, der jeweils andere ist notwendigerweise falsch. Und: Unabhängig davon, welcher Gedanke falsch ist, der jeweils andere ist notwendigerweise wahr. Ebenso wenig können der Gedanke, dass Mozart in Wien geboren ist und der Gedanke, dass er in Graz geboren ist, Teil ein und desselben gedanklichen Konzeptes sein. Sie widersprechen sich konträr (schließen sich gegenseitig aus). Denn es ist erstens möglich, dass beide Gedanken falsch sind, dass er weder in Wien noch in Graz geboren ist, und zweitens ist es unmöglich, dass beide wahr sind. Denn wenn er in Wien geboren ist, dann ist er nicht in Graz geboren und umgekehrt. Nur konsistente gedankliche Konzepte sind klare gedankliche Konzepte: die Grundlage für klare Kommunikation.

Das Prinzip der semantischen Geschlossenheit
Beispielsweise sind die folgenden drei Gedanken (dargestellt in Aussagesätzen) semantisch geschlossen:

Alle Dreiecke sind geometrischen Figuren, die drei Ecken haben.
Die Winkelsumme der Innenwinkel solcher Figuren beträgt immer 180º.
Der diesbezügliche Beweis lässt sich entlang der euklidischen Geometrie führen.

Sie bilden eine Bedeutungseinheit und zwar deshalb, weil man ohne erkenntnislogischen Bruch von dem einen Gedanken (bzw. Aussagesatz) zum anderen kommt. Anders hingegen verhält es sich im folgenden Beispiel:

Rauchen gefährdet die Gesundheit.
Marathonläufer verfügen über eine gute Kondition.
Sport ist eine wichtige Komponente eines gesunden Lebens.

Diese Gedanken (bzw. Aussagesätze) machen zwar den Anschein, als bildeten sie eine Bedeutungseinheit, doch es drängt sich die Frage auf, was sie tatsächlich miteinander zu tun haben, oder anders gesagt, inwiefern sie etwas gemeinsames be-deuten.

Das Prinzip der logischen Folgerichtigkeit
Wenn alle Kreter Lügner sind und wenn Epimenides ein Kreter ist, so folgt daraus mit Notwendigkeit, dass er ein Lügner ist. Das ist ein logisch gültiger Schluss (ein logisch gültiges Argument, wie wir auch sagen). Das Besondere solcher Schlüsse bzw. Argumente, ihre Begründungskraft, liegt darin, dass es sich um sogenannte wahrheitserhaltende, sprich deduktive Schlüsse bzw. Argumente handelt: Wenn die Prämissen wahr sind, ist es logisch unmöglich, dass die Konklusion falsch ist. Doch man muss wissen, dass viele Schlüsse, die wir ziehen, Argumente, die wir vorbringen, keine solchen deduktiven (wahrheitserhaltenden) Schlüsse bzw. Argumente sind, wie sie das soeben besprochene Beispiel erläutert, mit denen wir auf einigermaßen sicheren Beinen stehen würden, sondern dass es sich dabei um die deutlich problematischeren sogenannten wahrheitserweiternden, sprich induktiven Schlüsse bzw. Argumente handelt. Wir schließen etwa von dem Gedanken, dass der ATX heute 3% verlor (möglicherweise unter Zuhilfenahme weiterer Überlegungen) darauf, dass er auch morgen verlieren wird. Doch selbst dann, wenn der erste Gedanke wahr ist (und selbst dann, wenn alle zusätzlichen Überlegungen evident sind), gibt es keine logische Sicherheit, dass auch der zweite Gedanke wahr ist, und zwar deshalb nicht, weil wir über den ersten Gedanken hinausgehen müssen, um ein Ergebnis zu bekommen. David Hume würde sagen, die Gewissheit dieses Schlusses beruht auf purer Gewohnheit. Doch kann uns die Gewohnheit sicher leiten? Kommunikation, die auf fehlerhaften Schlüssen aufruht, führt zwangsläufig in die Irre.