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Der Philosoph und Privatgelehrte Bernd Waß wird im Februar 1973 in Salzburg geboren. Seine Kindheit widmet er dem Fußballspiel. Die Schule hingegen ist ein Nicht-Ort. Im Alter von fünfzehn Jahren beginnt seine Ausbildung zum Uhrmacher. Fünf Jahre später empfängt er die Meisterwürde. Fortan verdient er seinen Lebensunterhalt mit der Uhrmacherei, ehe nach fast zwanzig Jahren das letzte Uhrwerk instand gesetzt und die Laufbahn beendet ist. Er geht nach München, schreibt sich an der Akademie für Betriebswirtschaft und Sport ein und wird Sportlehrer. Während des Studiums kommt er mit Fragen zur geistigen Leistungsfähigkeit von Spitzenathleten in Berührung und ist vom Zusammenhang zwischen Körper und Geist fasziniert. Schon bald darauf führt ihn diese Faszination nach Wien. Am dortigen Trinergy-Institut studiert er vier Semester angewandte Neurodynamik und beendet dieses Studium mit dem akademischen Grad eines Master of Science. Die Zeit in Wien gibt darüber hinaus den endgültigen Ausschlag für das Studium der Philosophie. In der Beschäftigung mit dem radikalen Konstruktivismus Glasersfelds, der Systemtheorie Luhmanns und der Kybernetik Heinz von Försters treten nämlich auch immer häufiger philosophische Fragestellungen zutage. Er kehrt nach Salzburg zurück, um sich mit einem Aufsatz über Bertrand Russells Probleme der Philosophie für das Studium der analytischen Philosophie an der Kultur- und Gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg zu empfehlen. Weil die Matura, die ihn zum Studium an einer ordentlichen Universität befähigen würde, fehlt, folgt eine aufwendige Prüfung zur Erlangung der Studienberechtigung. In den späten Septembertagen des Jahres 2005 wird er als ordentlicher Hörer der Universität Salzburg zum Studium der Philosophie zugelassen. 2009 schließt er Selbiges mit einer erkenntnistheoretischen Arbeit zur Realismus-Antirealismus-Debatte ab und erlangt den akademischen Grad eines Magisters der Philosophie. Hier sollte die philosophische Reise eigentlich zu Ende gehen. Doch sein akademischer Lehrer und späterer Doktorvater, der Univ.-Prof. Dr. Reinhard Kleinknecht, ermutigt ihn, die offenen Fragen und philosophischen Probleme, die sich aus der Beschäftigung mit Realismus und Antirealismus ergeben haben, erneut einer philosophischen Betrachtung zuzuführen. So entschließt er sich bereits wenige Wochen nach Beendigung des Magisterstudiums, die akademische Laufbahn fortzuführen. Er schreibt sich für das Doktoratsstudium ein und beginnt unverzüglich mit der Dissertation. Hier findet sich dann auch der Gravitationspunkt, um den die Gedanken, der letzten beinahe zehn Jahre, kreisen. Es ist das alte philosophische Problem vom Verhältnis zwischen Körper und Geist, das sogenannte Leib-Seele-Problem. Die Arbeit gestaltet sich schwierig. Einer antireduktionistisch-dualistischen Theorie zum Verhältnis von Körper und Geist, wie sie hier vorgelegt werden soll, räumt man in der modernen Philosophie des Geistes nur wenig Aussicht auf Erfolg ein. Nichtsdestoweniger bringt er seine Überlegungen zu einem Abschluss und wird 2012 zum Doktor der Philosophie promoviert. Noch im selben Jahr gründet er gemeinsam mit dem Philosophen Heinz Palasser die Österreichische Privatakademie für Philosophie und philosophische Weltdeutung Academia Philosophia. Ein Ort des Studiums und der Diskussion, mit dem Ziel, die akademische Philosophie einer breiteren Hörerschaft zugänglich zu machen. 2014 nimmt er die Forschungsarbeit wieder auf. Es ist eine vermeintliche Aporie, die ihn antreibt: Das reduktionistische Programm des Materialismus muss als gescheitert betrachtet werden, aber auch der ehemals verfochtene Dualismus mündet letztlich in eine Sackgasse. So gilt es, die Frage nach der Grundverfassung der Wirklichkeit erneut zu stellen. Im Zentrum dieser Fragestellung steht die Widerspruchsfreiheit der Fundamentalbegriffe: des Begriffs des Körperlichen bzw. Physischen auf der einen Seite und dem des Seelischen bzw. Geistigen auf der anderen. Es sind umfassende logische, metaphysische und erkenntnistheoretische Untersuchungen, die letztlich in eine Theorie der Fundamentalbegriffe münden sollen. 2015 schließt sich darüber hinaus ein Kreis, dessen Anfangspunkt sechsundzwanzig Jahre zurückliegt: Der Philosoph wird wieder zum Uhrmacher. So trifft die Präzision des Denkens und der Sprache auf jene von Hand und Auge. Eine überaus wohltuende Verbindung. Noch im selben Jahr wird er ordentliches Mitglied der österreichischen Gesellschaft für Philosophie. Bernd Waß lebt und arbeitet als freier Philosoph in Salzburg. Seine Arbeitsschwerpunkte finden sich in der Metaphysik, insbesondere der Philosophie des Geistes, und der Erkenntnistheorie.